Wenn du als Veranstalter nach einer Alternative zu Eventim suchst, suchst du meistens eine von drei Sachen: niedrigere Gebühren für deine Gäste, weniger Abhängigkeit von einem Portal – oder die Kontaktdaten der Leute, die bei dir waren. Das sind drei verschiedene Fragen, und die Anbieter beantworten sie sehr unterschiedlich. (Stand: August 2026.)
Dieser Text ist für die Person geschrieben, die den Abend verantwortet, nicht für die, die ein Ticket kauft. Und er fängt mit einer unbequemen Sache an: bei einer der drei Fragen hat Eventim inzwischen Gesellschaft, und wir gehören zu denen, die das ehrlich sagen sollten.
Welche Alternative zu Eventim passt zu dir als Veranstalter?
Die kurze Antwort: es kommt darauf an, wofür du Eventim benutzt hast. Brauchst du die Portal-Reichweite eines großen Publikums, das aktiv auf eventim.de sucht, ist der Ersatz schwer. Verkaufst du an dein eigenes Publikum – Stammgäste, Social-Follower, Newsletter –, dann zahlst du für eine Reichweite, die du längst selbst hast, und praktisch jede spezialisierte Plattform ist die bessere Wahl.
Für unabhängige Clubs, Partys und Promoter sind das in der Praxis ticket.io, Weeztix, EVENTIM.Light, Eventfrog und Movent. Alle fünf verkaufen dir dasselbe Grundprodukt. Sie unterscheiden sich in dem, was danach passiert.
Welche Anbieter laufen bei Frankfurter Clubs tatsächlich?
Wir haben nicht geraten, sondern nachgesehen: Bei Frankfurter Clubnächten tauchen im Checkout regelmäßig ticket.io, EVENTIM.Light, stagedates, wype und Weeztix auf. Ein Kollektiv fuhr sogar zwei Systeme parallel.
Das ist wichtig für dich, weil die meisten Vergleichsartikel im Netz gegen Eventbrite und Ticketmaster argumentieren. Die sind bei einer Frankfurter Clubnacht schlicht nicht das Feld, gegen das du antrittst. Wenn du wissen willst, wer im Nachbarladen läuft, schau in den Checkout des nächsten Events – die Ticket-URL verrät den Anbieter fast immer.
Warum überhaupt weg von Eventim?
Der übliche Grund sind die Gebühren, und die Kritik daran ist dokumentiert, nicht bloß Stimmung. Üblich sind rund 10 Prozent Vorverkaufsgebühr auf den Grundpreis, dazu System- und Versandgebühren. Verbraucherschützer kritisieren vor allem, dass die Höhe beim Kauf nicht klar separat ausgewiesen wird.
Es ging auch vor Gericht: Der Verbraucherzentrale Bundesverband klagte gegen Eventim, weil das Unternehmen Vorverkaufsgebühren selbst dann einbehielt, wenn Veranstaltungen ausfielen oder verlegt wurden. Das Verfahren ist inzwischen beendet – es endete mit einem Vergleich, das Klageregister schloss am 23.03.2026, rund 5.000 angemeldete Verbraucher bekamen einen pauschalen 20-Euro-Gutschein, und ein grundsätzlicher Erstattungsanspruch wurde damit ausdrücklich nicht festgestellt. Schon 2018 hatte der Bundesgerichtshof eine Eventim-Gebühr fürs Selbst-Ausdrucken der Tickets für unzulässig erklärt (III ZR 192/17).
Für dich als Veranstalter ist die praktische Folge eine andere als für den Gast: Jeder Euro Gebühr, der drauf kommt, ist ein Euro, den dein Ticket teurer wirkt, ohne dass du ihn bekommst. Bei einer Arena-Tour geht das im Rauschen unter. Bei einem 15-Euro-Ticket auf einer Clubnacht ist es der Unterschied zwischen "geht klar" und "warum kostet das jetzt 18".
Bekomme ich als Veranstalter die Daten meiner Ticketkäufer?
Hier kommt die unbequeme Stelle, und wir schreiben sie hin, weil sie stimmt: Bei den beiden Anbietern, die uns in Frankfurt am häufigsten begegnet sind, bekommst du sie.
ticket.io beschreibt in seinen eigenen Veranstalter-FAQ Datenexporte "aller Bestellvorgänge, Umsätze und Ticketkäufer" und einen Kundenbereich, in dem sich Newsletter-Abonnenten herausfiltern lassen. Weeztix listet in seinem Hilfe-Center acht Export-Typen, darunter einen, dessen erklärter Zweck die E-Mail-Adressen der Teilnehmer sind.
Das heißt: "Du bekommst deine Fan-Daten" ist 2026 kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Wer dir das als große Besonderheit verkauft, hat entweder nicht nachgesehen oder hofft, dass du es nicht tust.
Was du trotzdem prüfen solltest, bevor du unterschreibst:
- Lass dir einen echten Export zeigen, nicht die Feature-Liste. Ein Screenshot einer CSV-Datei aus einem laufenden Account beantwortet die Frage in dreißig Sekunden.
- Frag nach den Feldern. Kein Anbieter in diesem Markt veröffentlicht eine Spaltenliste. "Kundendaten" kann E-Mail plus Name heißen oder E-Mail plus Name plus Adresse plus Ticketart.
- Frag, ob es für alle Verkaufswege gilt. Wenn ein Anbieter deine Tickets zusätzlich über ein großes Portal ausspielt, ist offen, ob du für diese Käufe dieselben Daten bekommst wie für die aus deinem eigenen Shop.
- Frag, wie lange. Ein Export "jederzeit" während der Vertragslaufzeit ist etwas anderes als ein Export nach der Kündigung.
Die vierte Frage ist die, an der die meisten Gespräche kippen, und sie kostet dich nichts außer einer E-Mail.
Was ist dann noch der Unterschied?
Wenn alle dir deine Käuferdaten geben, verschiebt sich die Frage. Sie lautet nicht mehr "bekomme ich die Daten", sondern: was passiert mit einem Gast, der bei dir war, zwischen zwei Abenden?
Bei den meisten Systemen ist die Antwort: nichts. Du hast eine Liste. Was du damit machst, ist dein Newsletter-Problem. Der Gast hat mit der Plattform keine Beziehung, sondern nur eine Quittung.
Genau da setzt Movent an – und weil das unsere eigene Plattform ist, sagen wir gleich dazu, was daran noch nicht fertig ist. Bei uns hat ein Gast ein Konto, sammelt bei echten Besuchen Punkte und kann Belohnungen freischalten; dieser Teil läuft. Der Teil, der die Gäste über mehrere Veranstalter hinweg verbindet, ist noch nicht eingeschaltet. Was daraus wird, versprechen wir dir nicht, bevor wir es gemessen haben.
Was wir dir heute schon sagen können, ist die Zahl, die diese Idee prüft: Bei uns kommen von den Leuten, die einmal gekauft haben, bisher rund 5 Prozent für einen zweiten Abend zurück. Das ist keine Erfolgsmeldung, das ist der Startpunkt, und wir schreiben ihn hin, weil dir jeder andere Anbieter genau diese Zahl schuldig bleibt.
Was kostet der Wechsel wirklich?
Der Preisvergleich ist der einfache Teil. Der teure Teil steht auf keiner Preisliste:
- Deine Links. Jeder Flyer, jeder alte Post, jede Google-Suche zeigt auf die alte Shop-URL. Kläre vorher, ob und wie lange alte Links weiterleiten.
- Der Einlass. Ein neues System heißt neue Scanner-App und ein Team, das sie um 23 Uhr bedienen können muss, ohne dass sich eine Schlange bildet. Teste das an einem kleinen Abend, nicht am ausverkauften.
- Der laufende Vorverkauf. Einen Wechsel mitten in einem laufenden Verkauf willst du nicht. Der saubere Zeitpunkt ist zwischen zwei Events.
- Deine Bestandsdaten. Zieh den vollständigen Export beim alten Anbieter, bevor du kündigst. Danach ist es eine Bitte, vorher ist es ein Klick.
Ehrlich eingeordnet
Movent ist keine 1:1-Eventim-Alternative, und wir tun nicht so. Wir verkaufen keine Stadion-Touren und haben keinen kompletten Konzertkalender. Wir sind für unabhängige Clubs, Partys und Promoter gebaut – und die Loyalty-Schicht lässt sich auf dein bestehendes Ticketing aufsetzen, wenn du dein Ticketing gar nicht wechseln willst.
Wenn du nur die günstigsten Gebühren suchst, vergleich die fünf Anbieter oben und nimm den, der zu deiner Abendgröße passt. Wenn dich interessiert, was nach dem Ticket kommt, red mit uns.
Und wenn du wissen willst, wie die Gebühren der einzelnen Anbieter auf echten Ticketzahlen aussehen statt an einem erfundenen Beispiel, steht das im Ticketing-Anbieter-Vergleich für Clubs. Warum die Frage nach den Fan-Daten für unabhängige Clubs überhaupt zählt, haben wir unter Fandaten-Eigentümerschaft aufgeschrieben.
